Zum Hauptinhalt springen

Palliativ Pro Giessen Medizin Logo Foerderverein

Palliativ Pro
Förderverein für Palliativmedizin und -pflege in Mittelhessen e.V.

Langhansstraße 4
35392 Gießen

Telefon  0641 - 985 417 54
Telefax  0641 - 985 417 55

info@palliativpro.de
www.palliativpro.de

2025-12-12: Drei Väter sammeln Spenden für Kinderstation und Palliativteam

GiAllg KPT 702

Das Aktionsbündnis "Gemeinsam mit Herz" startete mit einer Brokkoli-Challenge. Nun unterstützen die Männer kranke Kinder in Mittelhessen.

Wie aus einer Herausforderung auf sozialen Medien ein Aktionsbündnis wird, das machen der Grünberger Christoph Köhler und seine Freunde vor. Unter dem Namen „Gemeinsam mit Herz“ möchte Köhler zusammen mit Sascha Erhardt aus Hartenrod im Landkreis Marburg-Biedenkopf und Björn Schäfer aus Bad Laasphe (NRW) den Kindern auf der Kinderstation des Universitätsklinikums Marburg (UKGM) und dem Kinderpalliativteam Mittelhessen eine Freude bereiten. Mittlerweile haben sie gut 5000 Euro über die Internet-Plattform gofund.me gesammelt.

Die Musiker lernten sich über Kollegen kennen, waren zunächst entfernte Bekannte. „Das hat sich inzwischen dramatisch geändert“, erzählt Christoph Köhler und lacht. Er und Schäfer sahen ein Instagram-Video Erhardts, der für einen guten Zweck in 30 Minuten vier Kilogramm Brokkoli essen wollte. Das Ziel war: für jeden Like einen Euro für Kinder in Not spenden. Die beiden kontaktierten ihn – unabhängig voneinander. Das war der Startschuss für die drei Väter und ihr Aktionsbündnis. Schnell trafen sie die Entscheidung, sich an Weihnachten gemeinsam für arme oder kranke Kinder zu engagieren.

500 Euro zu sammeln, war das ursprüngliche Ziel. Nach nur drei Tagen hatten sie das schon geknackt. Mit dem Betrag wollten sie Geschenke kaufen und „ein Lächeln auf Kindergesichter an Weihnachten zaubern“, beschreibt Köhler. „Plan A“, wie der Erzieher das Vorhaben nennt, war, die Kinder, die an Heiligabend auf Station in Marburg untergebracht sind, zu beschenken.

Dort arbeitet Bettina Viel, die sich jährlich darum kümmert, dass auch diese Kinder ein Päckchen auspacken können. Sie nahmen Kontakt auf und erfuhren: „Dass jemand von Außen das unterstützt, gab es bisher noch nie. Wir dachten, das kann doch nicht sein“, erzählt Köhler.

Wie viele Kinder von den drei Freunden beschenkt werden, erfahren sie erst am 24. Dezember. Zwischen zwölf und 35 werden es wohl sein, vermutet Köhler. Wie die Stationen belegt seien, könne man vorher kaum sagen.

Mitte November waren Erhardt, Schäfer, Köhler und Viel bereits Geschenke kaufen und haben sie verpackt. Über 500 Euro gaben sie für Spielzeug aus, belegten die Aktion mit Videos auf sozialen Medien und nahmen auch die Presse mit.

„Plan A“ wurde dann durch einen Zufall erweitert, immerhin hatten die drei mehr Spenden als bis dato benötigt. „Sascha hatte die ‚richtige falsche‘ Telefonnummer und ist beim Kinderpalliativteam Mittelhessen gelandet“, erzählt Köhler augenzwinkernd. Sascha Erhardt hatte am UKGM in Gießen, nicht in Marburg angerufen und ermöglichte so den Kontakt zu Dr. Vera Vaillant, der ärztlichen Leitung des Teams.

Sie und ihre Mitarbeiter betreuen unheilbar kranke Kinder zwischen Fulda und Limburg in ihren eigenen vier Wänden. „Wenn Kinder im Sterben liegen, dann will keine Familie jeden Tag in ein Krankenhaus fahren“, erklärt Köhler. Zum Entsetzen der Männer zahlt das aber nicht die Krankenkasse, sondern wird über Spenden finanziert. Köhler sagt: „Und da war Plan B geboren.“ Die Spenden, die sie bis Januar noch sammeln, werden an das Team um Vaillant übergeben – auch das wird über soziale Medien festgehalten, um die bisherige Transparenz über den Umgang mit dem gesammelten Geld beizubehalten.

„Wir sind stolz, wir wachsen damit und das beflügelt uns“, erzählt Köhler. Für ihn, Erhardt und Schäfer ist auch klar: Sie wollen mit ihrem Aktionsbündnis „Gemeinsam mit Herz“ weitermachen. Sie wollen absichtlich keinen Verein gründen, erzählt der Grünberger, denn nur so könne man den Verwaltungsaufwand kleinhalten, dafür sorgen, dass alles zu 100 Prozent dort ankomme, wo es hin soll und Mitarbeitsbarrieren abbauen.

Zukünftig solle es nicht nur Spendenaktionen geben, die Männer möchten auch tatkräftig anpacken, wo sie gebraucht werden, beschreibt Köhler ihre Idee: „Wir sind alle drei Väter, also liegen uns Kinder besonders am Herzen.“ Die drei möchten trotzdem nicht nur Aktionen für Kinder, sondern für das Gemeinwohl insgesamt gestalten. Köhler sagt: „Wir sind gespannt, wo wir noch so landen.“

(erschienen in der Gießener Allgemeinen am 12.12.2026)